Starke Fischereibetriebe sichern kulturelles Erbe und stärken Wirtschaftsstandort.
Der Schwerpunkt der Sommertour 2026 der Fraktion der Freien Wähler lag eindeutig auf den Ortsteilen Kirchmöser und Plaue. Nach Besuchen bei Ortsvorsteher Carsten Eichmüller und der AWO in Kirchmöser, hatten sich die Mitglieder der Fraktion der Freien Wähler vor wenigen Tagen mit Ronald Menzel, dem Vorstandsvorsitzenden der Fischereischutzgenossenschaft „Havel“ Brandenburg e.G. an deren Sitz am Margaretenhof im Ortsteil Plaue verabredet.
Nach kurzer Führung entlang des Fischlehrpfades gab Ronald Menzel einen Überblick über die Arbeit der 1990 gegründeten Genossenschaft, über die Situation der in ihr als Mitglieder organisierten Fischereibetriebe, über Aufwendungen für Hege und Fischbesatz. Schnell wurde deutlich, das Fischerei vor Ort nicht nur Tradition ist, sondern starke Fischereibetriebe auch ihren Beitrag für den Wirtschaftsstandort Brandenburg an der Havel und der Region leisten. Fischerei vor Ort, das sind oftmals über viele Generationen geführte Familienbetriebe, das sind engagierte, bei Wind und Wetter hart arbeitende Berufsfischer, die mit Herz und Verstand bei der Sache sind.
Einen dieser engagierten Berufsfischer konnten die Fraktionsmitglieder bei ihren Besuch kennenlernen. Michael Betge stellte seinen Fischereihof vor, in dem Fischfang, Verarbeitung, Verkauf und Vermarktung schmackhafter Fischereierzeugnisse zusammen gedacht werden.
Im weiteren Austausch berichtete Ronald Menzel von erheblichen Anstrengungen, die Fluss-und Seenfischerei zu erhalten, auch die Weitergabe des traditionellen Fischereihandwerkes an den beruflichen Nachwuchs zu sichern und auch den Wissenstransfer dieses Kulturerbes über Generationen hinweg zu ermöglichen. In dem Zusammenhang erläuterte Herr Menzel ein Projekt aus Mecklenburg-Vorpommern. Am 27. März 2026 wurde die „Traditionelle Kleine Küstenfischerei an der Ostsee und in den Boddengewässern Mecklenburg-Vorpommerns“ durch die Kulturministerkonferenz in das „Bundesweite Verzeichnis immaterielles Kulturerbe“ aufgenommen. Damit soll eine bessere Sichtbarkeit und der Erhalt der jahrtausendealten Kulturform erreicht werden. Könnte ähnliches nicht auch für die Fischerei in den Havelgewässern gelten?
Für den Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler Dirk Stieger keine abwegige Idee: „Wir schätzen die örtlichen Fischereibetriebe und die Menschen, die dort arbeiten. Wir schätzen die Traditionspflege und die Bemühungen, das spezielle Wissen über die Ausübung der Fischerei als Kulturerbe zu erhalten und an die Folgegenerationen weiterzugeben. Für uns sind leistungsstarke Fischereibetriebe auch ein wichtiger Teil unseres Wirtschaftsstandortes. Diese Betriebe verdienen unsere Unterstützung, auch zur Sicherung des kulturellen Erbes. Alles, was dabei helfen kann, sollte genutzt werden und warum nicht auch die öffentliche Anerkennung der Havelfischerei als Teil unseres Kulturerbes?“





